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» Timo Hildebrand - begehrt in halb Europa

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Eigentlich schien die Zukunft des Stuttgarter Nationaltorhüter geklärt. Der neue Verein sollte noch nicht bekannt gegeben werden, doch alles schien auf den FC Valencia hinauszulaufen. Nach einer starken Rückrunde interssieren sich nun offenbar zwei absolute Topklubs für den Keeper.

Das Plakat für das letzte Stuttgarter Bundesligaspiel gegen Energie Cottbus ist eine Hommage an Timo Hildebrand (28). Unter seinem großen Porträt steht „As Time goes by“. Das „e“ bei „Time“ ist durchgestrichen und wurde durch ein o ersetzt.

Timo Hildebrand geht und will sich in seinem letzten Heimspiel nach zw ölf Jahren beim VfB Stuttgart mit einem Titel in Richtung Ausland verabschieden. „Wir sind so nah dran. Jetzt werden wir uns das Ding auch nicht mehr nehmen lassen“, sagt er. Bei seinem allerletzten Auftritt im VfB-Trikot eine Woche später im Pokalfinale in Berlin darf er dann sogar auf das Double hoffen. Es wäre die vorläufige Krönung einer Bilderbuch-Karriere vom talentierten Jugendspieler aus der hessischen Provinz bis in die Nationalmannschaft.

Dass der Abschied ausgerechnet zu einem Zeitpunkt erfolgt, da sein Verein wieder Erfolg hat – nicht zuletzt dank seiner großartigen Leistungen – erfüllt ihn mit Wehmut. „Ich bin ein emotionaler Mensch und auch sensibel“, sagt Hildebrand. „Ich bin als 16-Jähriger in die große Stadt gekommen und habe mich hier als Mensch entwickelt. Je näher das letzte Spiel kommt, umso bewusster erlebe ich die Tage. Meine Gefühle sind zwiespältig und es fällt mir nicht leicht, zu gehen.“

Stuttgart ist für Timo zur zweiten Heimat geworden, obwohl er sich zwischenzeitlich mit dem Verein wegen seiner Vertragsverlängerung 2005 überworfen hatte. Danach wirkte er oft verbittert und verkrampft, auch misstrauisch. Doch diese kritische Phase hat er hinter sich gelassen. Er hat sein Lachen wiedergefunden und wirkt jetzt offener denn je. „Timo hat seit einem halben Jahr eine unheimlich positive Ausstrahlung“, bestätigt Trainer Armin Veh.

Hildebrand will sich woanders beweisen
Hildebrand sagt, er habe nun ein Gefühl wie damals, als er seine Familie in Hofheim bei Worms zurückgelassen habe. Doch sein Blick geht nach vorn. „Ich bereue es nicht, zu gehen. Der Kitzel und der Reiz des Neuen überwiegen. Wenn man einmal in einer anderen Liga spielt, ist das schon eine Motivation, einmal herauszukommen aus dem Alltagstrott. Ich will in meiner Karriere nicht stagnieren, sondern den nächsten Schritt tun und mich woanders neu beweisen.“

Nachteile in Bezug auf seinen Status als zweiter Torwart in der Nationalmannschaft hinter Jens Lehmann befürchtet er nicht. „Klar, man steht nicht mehr so unter Beobachtung und die Saison hat gezeigt, dass Konkurrenz da ist. Aber selbst Oliver Bierhoff hat mir zu dem Schritt ins Ausland geraten“, sagt er.

Seine nachfolge beim VfB ist bereits geregelt, er wird von Raphael Sch äfer vom 1. FC Nürnberg ersetzt. Wo aber Hildebrand in Zukunft im Tor stehen wird, bleibt weiter sein Geheimnis. Es soll der FC Valencia sein. „Sein Verein steht fest. Er wird aber noch nicht bekannt gegeben, weil dort ein anderer im Tor steht, der noch etwas halten soll“, sagt VfB-Manager Horst Heldt. Und Hildebrand versichert: „Mit dem neuen Verein kann nichts mehr schief gehen.“ Er fügt jedoch einschränkend hinzu: „Unterschrieben ist noch nichts.“

Entscheidung f ällt nach dem Pokalfinale
F ür mehr Verwirrung sorgt sein Berater Dusan Bukovac. WELT ONLINE sagte der in Lissabon lebende Serbe: „Timo hat viele Angebote aus Italien, Spanien und England. Ich werde nächste Woche nach Berlin kommen, dann werden wir nach dem Pokalfinale gemeinsam eine Entscheidung treffen.“

Also doch nicht nach Valencia, wo Platzhirsch Canizares sein Refugium verteidigt? Die „Stuttgarter Zeitung“ spekuliert über den AC Mailand, wo Hildebrand angeblich den Brasilianer Dida ablösen soll, und über Real Madrid, weil es Nationaltorwart Iker Casillas in die englische Premier League ziehen soll. Eine Überraschung scheint nicht ausgeschlossen.

Eine persönliche Vorliebe ist bei Hildebrand aber deutlich erkennbar: Er lernt bereits eifrig Spanisch und bei langen Fahrten nach Auswärtsspielen – wie kürzlich nach dem 1:0 bei Borussia Mönchengladbach – paukt er mit dem mexikanischen Teamkollegen Pavel Pardo im Zug Vokabeln.

Quelle: welt.de 15. Mai 2007

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» Timo Hildebrand - begehrt in halb Europa 14.05.2007 / Er und nur er!

dpa
Der Verein steht wegen, nicht trotz ihm oben: Timo Hildebrand und der VfB Stuttgart - zwei Parteien, die sich nicht mehr gegeneinander wehren können.

Auch an diesem Wochenende hat es in der Bundesliga wieder ein paar Fußballer gegeben, die ganz sicher gehen wollten. Sie wollten sicher gehen, dass auch jeder merkt, dass sie gerade ein Tor geschossen haben, weshalb sie wild auf ihren Rücken deuteten, dorthin, wo ihr Name steht. Seht her, ich und nur ich habe dieses Tor geschossen, soll das heißen, und so raste Mario Gomez nach dem 3:2 in Bochum also mit gezücktem Finger auf den Stuttgarter Fanblock zu. Gomez wollte auch ganz sicher gehen - aber zur allgemeinen Überraschung zeigte er nicht auf sich selbst. Seht her, er und nur er hat diesen Ball gehalten, sagte Gomez’ Finger, und dann sprach der Stürmer ins erste Mikrofon, das er finden konnte: ,,Dem Timo haben wir es zu verdanken, dass wir jetzt ganz oben stehen.‘‘

Stuttgart deutet auf Timo Hildebrand, das ist durchaus eine neue Nachricht. Vor einem halben Jahr haben sie eher im übertragenen Sinne auf ihn gezeigt, und das war weniger liebevoll gemeint. Seht her, er und nur er pokert, hieß das, und jetzt sind wir mal gespannt, ob er wieder keinen Verein findet. Vor einem halben Jahr hatte Hildebrand öffentlich gemacht, dass er sich nach acht Jahren vom VfB verabschieden möchte, aber so recht hat ihm das keiner geglaubt. Vor zwei Jahren hatte er ja schon mal seinen Abschied angekündigt, um dann doch wieder reumütig in Stuttgart unterzukriechen. Verpokert habe er sich, hieß es, angestachelt vom umstrittenen Agenten Dusan Bukovac, der den Kosenamen Der Vampir aus Lissabon führt. Hildebrand besteht bis heute darauf, dass er damals sehr wohl hätte ins Ausland wechseln können, er habe nur zu lange gezögert.

,,Diese Geschichte war Timos erste Imagedelle‘‘, sagt sein Medienberater Volker Dietrich, ,,die Leute in Stuttgart und auch beim VfB wollten nicht begreifen, dass der liebe Timo kein Lehrling mehr ist, sondern ein erwachsener Profi.‘‘ In Stuttgart und beim VfB wiederum sehen sie es eher so, dass der liebe Timo von seinem Management abgeschirmt und ferngesteuert wird. Seitdem gilt der nachdenkliche, durchaus mit Selbstironie begabte Torwart zu Unrecht als Abzocker; aber richtig ist auch, dass er es den Kritikern mit seiner Verschlossenheit manchmal schwer gemacht hat.

Man muss diese Vorgeschichte mit all ihren gegenseitigen Missverständnissen kennen, um jene kuriose Saison zu begreifen, die Hildebrand nun womöglich zu einem triumphalen Ende führt. Wohin er geht, hat er zwar immer noch nicht verraten, noch immer gilt der FC Valencia als erste Adresse, aber im Moment interessiert das niemanden in Stuttgart. Im Moment sprechen alle von dieser unwirklichen Parade, die er in jener 89. Minute in Bochum aufführte; er wischte Dabrowskis Schuss aus kürzester Distanz noch aus dem Eck, und anschließend gebärdete er sich, als habe er zu viele DVDs mit Oliver Kahn gesehen. Er brüllte und ballte die Fäuste, und das Schicksal war mindestens so beeindruckt wie damals, als Kahn es immer wieder in seine Gewalt brachte. Für einen Moment war Hildebrand der Vollkommenheit nahe: Er spielte modern wie Jens Lehmann, riss aber mit wie Oliver Kahn.

Im Winter isoliert
Wenn der VfB Stuttgart am Samstag also deutscher Meister wird (wonach in der Branche nicht mehr viele zweifeln), dann wird es das auch wegen, nicht trotz Hildebrand. ,,Timo wird einen riesigen Anteil am Titel haben‘‘, findet Eike Immel, der im Tor stand, als der VfB im Jahr 1992 zum bisher letzten Mal Meister wurde. ,,Es ist sensationell, wie er aus dem Leistungsloch rausgekommen ist‘‘, sagt Immel und meint nicht nur Paraden wie jene in Bochum. ,,Solche Aktionen sieht jeder, aber mindestens genauso wichtig sind Paraden beim Stand von 0:0 in der 14. oder 24. Minute, an die sich die Öffentlichkeit gar nicht mehr erinnert. Solche Paraden hat er einige gehabt, und eine Mannschaft merkt natürlich, wenn ein Torwart sie andauernd im Spiel hält.‘‘

Es gehört zum Charme dieser Stuttgarter Meistergeschichte, dass sich hier zwei Parteien einfach nicht mehr gegeneinander wehren können. Noch im Winter galt Hildebrand im Kader als eher isoliert; er hatte eine schwache Vorrunde hinter sich, und schon im Jahr zuvor hatte es den Mitspielern nicht gefallen, dass der Torwart gern über die Leistung der Elf grummelte, sich selbst aber bei der Kritik vergaß. In dieser Rückrunde aber hält Hildebrand so fantastisch, dass das Team gar nicht anders kann, als ihn freudig wieder einzugemeinden - und in diesem von sich selbst begeisterten Team wiederum hat sich ein Mannschaftsreflex verselbständigt, der auch Hildebrand mitreißt. Er kann gar nicht mehr anders, als fantastisch zu halten. ,,Es heißt immer, dass Timo seit seiner Wechselankündigung befreiter spiele, aber das ist Quatsch‘‘, sagt Berater Dietrich. ,,Die Wahrheit ist: Er hatte in der Vorrunde Rückenprobleme, und er hat sie nicht einfach wegspritzen lassen wie viele das tun. Er hat den Rücken professionell stabilisiert, und das hat eben gedauert.‘‘

Im Sommer geht er also, und er hinterlässt eine Mannschaft, die eine große Vergangenheit vor sich hat. ,,Klar reden wir manchmal drüber, ob er den Abschied schon bereut‘‘, sagt Dietrich, aber es gebe doch nichts Schöneres, ,,als sich mit einem, vielleicht zwei Titeln zu verabschieden‘‘. Ob sein Nachfolger, der Nürnberger Raphael Schäfer, das genauso sieht, ist nicht bekannt.

Quelle: süddeutsche.de

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» "Zwei Titel zum Abschied. Das wäre Wahnsinn!"


dpa
Zwei Spiele noch. Dann nimmt Timo Hildebrand ( nach acht Profijahren Abschied vom VfB Stuttgart. Zwei Spiele, in denen er Deutscher Meister und Pokalsieger werden kann. Hier zieht der Nationaltorhüter eine ganz persönliche Bilanz.

Von Timo Hildebrand:

Ich bin als Jugendlicher nach Stuttgart gekommen, mit dem einzigen Ziel, Profi zu werden. Beim VfB hatte ich herausragende Ausbilder, sowohl im fachlichen wie im menschlichen Bereich. Es fällt mir schwer, im Rückblick einzelne Personen herauszuheben. Denn jeder war, auf seine Art, wichtig für meine Entwicklung, meine Erfahrungen. Die Zeit verging so rasant, es ist so viel passiert - wie im Zeitraffer ist aus dem mageren Jugendlichen von damals nicht nur ein Erwachsener geworden, son­dern auch ein neuer Mensch.

Ich fange mit meinem Rückblick mal 2004 an. Nach der Magath-Ära kommt Matthias Sammer. Er ist ein guter Trainer, ich mag ihn, und es geht prima los mit dem VfB in dieser Saison. Für mich persönlich stellt sich nach all den vielen Jahren jetzt die Frage: Brauchst du eine neue Herausforderung? Kannst du dich im Alltag der Bundesliga jeden Tag aufs Neue so volle Pulle motivieren, dass deine Leistung nicht stagniert, sondern noch besser wird?

Mein Vertrag mit dem VfB läuft zum Saisonende 2004/05 aus, ich habe die große Chance, ins Ausland zu wechseln, zu einem europäi­schen Top-Klub. Ist es eine einma­lige Chance? Kommt sie jetzt und danach nie wieder? Alle machen Druck: Verein, Fans, Medien, das Umfeld. Alle fordern eine Entschei­dung von mir.
Ich zögere. Und ich zögere nicht, weil ich pokern will, ums Geld feil­schen. Sondern ich zögere, weil ich mir nicht endgültig sicher bin, welches die richtige Entscheidung für mich persönlich ist. Während draußen die Beteiligten in Gut und Böse aufgeteilt werden, die Medien Stellung beziehen und Timo Hilde­brand öffentlich eine Imagedelle verpasst bekommt, tobt in mir ein Kampf der Gefühle. Ich lasse nie­manden an mich heran, mache es mit mir selbst aus - und entscheide dann aus dem Bauch heraus: So gehst du hier nicht weg!
Bei meiner Vertragsverlängerung sage ich allen, was Sache ist: Dass Stuttgart meine Heimat geworden ist, dass ich in den nächsten zwei Jahren mit dem VfB jetzt endlich auch mal einen Titel holen will. Jetzt können es zum Abschied sogar zwei werden. Das wäre Wahnsinn!

Nur wenig später ist Matthias Sammer nicht mehr VfB-Trainer, sondern Giovanni Trapattoni, der Mann mit den meisten Meister-­Titeln im europäischen Fußball. Die Mannschaft bekommt hoch­karätige Neuzugänge, große Erwar­tungen, tolle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zeit. Doch es will nicht funktionieren. Die Ergebnisse sind zwar okay, doch die Art unse­res Fußballspiels haut niemanden vom Hocker. Auch ich komme nicht richtig klar mit der neuen Philoso­phie, der niedrigen Trainingsinten­sität, all dem Gehabe. Es kracht, es knirscht, es rumpelt - und obwohl sich alle nach Kräften bemühen, will der Knoten einfach nicht plat­zen. Wir sinken ins Mittelmaß, das Trainerteam um Trapattoni muss gehen, wieder ein Wechsel, wieder ein Umbruch im Team.

Horst Heldt wird unser neuer Manager, holt Armin Veh als neuen Trainer dazu. Und nach einem holp­rigen Beginn der Saison 2006/07 findet der VfB Stuttgart wieder zurück in die Erfolgsspur.
Zwar steckt uns Nationalspielern noch die anstrengende Weltmeis­terschaft im eigenen Land in den Knochen, doch wir alle profitieren auch von der überall zu spürenden Fußball-Begeisterung.
Zum Jahresende 2006 entscheide ich mich, dass nach dieser Saison im Sommer 2007 die Zeit reif ist für einen Wechsel. Ich habe dann fast acht Jahre lang für den VfB Stuttgart in der Bundesliga gespielt, würde gern neue Lebens- und Berufserfahrungen im Ausland sammeln. Ich nehme das neue Angebot des Vereins zur Vertragsverlängerung nicht an und enttäusche damit natürlich viele Leute.

Mir ist klar, wie meine letzte Saison sein wird: Ich spiele auf Bewährung, werde kritisch beäugt, darf mir keine Schwächephasen leisten. Es ist ein zusätzlicher Motivationsschub. Die Mannschaft spielt grandios, wir siegen uns nach oben - und dann, im Saisonend­spurt 2007, steht der VfB Stuttgart nicht nur im Pokalfinale, sondern auch im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Ich erlebe meine letzten Wochen beim VfB so intensiv wie nie zuvor in all den vielen Jahren. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass der Zeitpunkt meines Abschieds in solch einer tollen Atmosphäre stattfinden darf.

Kicker 14. Mai 2007

TF-Kommentar: Bilanz ziehen Ok, aber ein "nachtreten" ggü. Trapattoni entbehrt aller Kommentare u. zeigt den nicht vorhandenen Charakter !

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» 0,01 Prozent bis zur Vollendung

dpa
München/Bochum - Ohren und Haar waren noch dran, als sich Timo Hildebrand den Weg in die Katakomben des Bochumer Stadions ebnete.
Es war keinesfalls selbstverständlich, dass der Torhüter des VfB Stuttgart unversehrt und ohne körperliche Langzeitschäden die Kabine erreichte. Unmittelbar nach Abpfiff der Partie des VfB beim VfL hatten Spieler, Trainer, Masseure und Zeugwarte der Schwaben derart an Hildebrand herumgezerrt, dass man sich ernsthafte Sorgen um die Gesundheit des Keepers machen musste. Ludovic Magnins Gebiss kam Hildebrands rechtem Ohr gefährlich nah - auf eine Beiß-Attacke im Mike Tyson'schen Stil verzichtete der Schweizer jedoch.

Hildebrands Rettungstat
Warum aber bloß die ganze Aufregung um Stuttgarts Nummer eins? Hildebrand hatte beim 3:2-Sieg des VfB kurz vor Schluss einen Schuss des Bochumers Dabrowski aus kürzester Distanz mit einem atemberaubenden Reflex entschärft und somit Stuttgarts Sprung an die Tabellenspitze ermöglicht.
"Wenn man kurz vor Schluss so eine Chance vereitelt, ist das sensationell. Ich habe so gejubelt, weil wir das Spiel dadurch gewonnen haben", erklärte Hildebrand.

Siebter Sieg in Folge
Der VfB gewann aber nicht nur ein Spiel - übrigens das siebte in Folge. Vielmehr stehen die Stuttgarter nach Schalkes Niederlage in Dortmund dicht vor dem Gewinn der fünften Deutschen Meisterschaft.
"Wir sind ganz nah dran, aber im Moment ist das noch ein Traum. Wir haben aber alles selbst in der Hand", erklärte Thomas Hitzlsperger, der das zwischenzeitliche 1:1 erzielte (25.).

0,01 Prozent fehlen zum Titel
Mit zwei Punkten Vorsprung und einer um drei Treffer besseren Tordifferenz geht Stuttgart in das letzte Spiel gegen Energie Cottbus. "Es fehlt nicht mehr viel zum Titel - 0,01 Prozent", rechnete Hildebrand, der immer an die Chance geglaubt hat.

"Die Mannschaft lässt sich nie entmutigen und gibt immer Gas. Wir kriegen nach drei Minuten ein Gegentor und machen immer weiter. Das zeichnet diese Mannschaft aus. Ich wünsche mir für die Truppe und den ganzen Verein, dass wir das jetzt durchziehen", so der 28-Jährige, der sich im Sommer mit dem Meistertitel aus Stuttgart verabschieden könnte.

Cacau zeigt Emotionen
Die Schwaben hatten generell Mühe, ihre Emotionen im Zaum zu halten. Siegtorschütze Cacau weinte nach dem Spiel hemmungslos. "Ich kann einfach nicht glauben, was da draußen passiert ist. Aber wir haben es verdient, wir haben die ganze Saison gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind", sagte der Brasilianer.

Heldt und die moderne Technik
Auch in Bochum. "Wenn ich Hüte hätte, würde ich sie alle ziehen. Mir fehlen die Worte. Wie die Mannschaft die zwei Rückstände aufgeholt hat, war einfach überragend", sagte Manager Horst Heldt,.
Nur eine Sache funktionierte nicht, wie sie sollte: Sein Mobilfunkgerät. "Ich wollte gerade telefonieren, aber mein Handy explodiert. Wahrscheinlich zu viele Glückwunsch-SMS", so Heldt.

Veh bleibt auf dem Teppich
Noch fehlt allerdings ein letzter Schritt. "Natürlich wollen wir jetzt Deutscher Meister werden. Aber ich sage nicht, wir werden Deutscher Meister. Das haben in dieser Saison schon viele getan. Am Ende wird abgerechnet", sagte Trainer Armin Veh.

Vorzeitige Feierlichkeiten untersagte Veh umgehend. Wir fahren mit dem Zug heim und da gibt es sicherlich kein Gläschen Sekt. Ein Gläschen Wasser vielleicht", kündigte der Coach an.

Gomez' Traum-Comeback
Mario Gomez hätte allen Grund, sich über das Verbot hinwegzusetzen. Der Nationalstürmer traf bei seinem Comeback nach zweimonatiger Verletzungspause mit dem ersten Ballkontakt zum 2:2 (61.) - sein 14. Saisontor.
"Ich war schon drei, vier Minuten drin und hatte immer noch keinen Ballkontakt. Da hab ich gesagt: 'Du musst jetzt mal was ändern'. Da ist mir der Ball auf den Kopf gefallen. Ich musste nicht mehr tun, als mich einfach nach vorne fallen zu lassen", sagte Gomez.

"Teufelskerl im Tor"
Gegen Cottbus könne "eigentlich nichts mehr passieren", so Gomez. Außerdem hätte der VfB ja noch "einen Teufelskerl im Tor". Der wird auch gegen Cottbus wieder zwischen den Pfosten stehen - Magnins folgenloser Ohr-Liebkosung sei Dank.

Quelle: sport1.de

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» WM-Ball übergeben 25.04.2007

vfb.de
Die Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr ist noch immer in bester Erinnerung. Vor allem die sensationelle Stimmung beim "kleinen Finale" in Stuttgart. Im Spiel um Platz drei besiegte die DFB-Auswahl am 08. Juli 2006 die Mannschaft Portugals mit 3:1 und wurde von Tausenden Fans hernach gefeiert, als ob sie den WM-Pokal gewonnen hätte.

Zeitzeugen eines unvergesslichen Fußballabends

Mitten drin im Geschehen waren damals auch die beiden VfB-Profis Timo Hildebrand und Thomas Hitzlsperger. Als Zeitzeugen eines unvergesslichen Fußballabends im Gottlieb-Daimler-Stadion und anschließend mit über 100.000 feiernden Fans in der Stuttgarter Innenstadt übergaben Timo Hildebrand und Thomas Hitzlsperger am heutigen Mittwoch den Spielball der Partie um Platz drei an Frau Dr. Paula Lutum-Lenger, Sammlungsleiterin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg.

Leihgabe des DFB

Selbstverständlich berichtete das VfB-Duo dabei auch von den emotionalen Ereignissen rund um das Spiel gegen die Portugiesen, auf deren Seite seinerzeit mit VfB-Kapitän Fernando Meira auch noch ein Teamkollege von Timo Hildebrand und Thomas Hitzlsperger mitwirkte. Der Ball wird zukünftig als Leihgabe des Deutschen Fußballbundes (DFB) im Haus der Geschichte als Ausstellungsstück zu sehen sein.

Quelle: vfb.de

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» SAGEN SIE MAL ... 23.04.2007

dpa
TIMO HILDEBRAND (28, VfB Stuttgart)


Ist es nicht schade, dass Sie den VfB im Sommer verlassen?

kicker:
Herr Hilde­brand, nach dem glat­ten, viel zu knappen Sieg über die Bayern.
Sagen Sie mal, ist nun sogar die Meis­terschaft für den VfB Stuttgart drin?
Timo Hildebrand: Weiß ich nicht.

kicker:
Sie müssen doch eine Meinung zu diesem Thema haben.
Timo Hildebrand: Habe ich auch. Wir haben noch vier Spiele. Das ist aufholbar. Aber wir müssen auch vorsichtig sein. Ich bin insgesamt optimistisch.

kicker:
Warum, hatten die Bayern nicht so viel zu tun, wie Sie gedacht hatten. Richtig?
Timo Hildebrand: Ich denke nie vorher daran, was ich vielleicht zu tun bekomme. Wir haben super­aggressiv verteidigt und gut nach vorne agiert. Wir waren genauso aggressiv wie der FC Bayern. Hin­ten haben wir nichts zugelassen

kicker:
Fünf Punkte Vorsprung vor den Bayern. War es das schon, sind die Bayern abgeschüttelt?
Timo Hildebrand: Noch nicht ganz. Wir müssen weiter konzentriert arbei­ten und spielen. Wir haben noch vier Spiele, da können uns die Bayern schon noch einholen.

kicker:
Sie wirken so gefasst, sehr nüchtern, wie hre Kollegen. Ist so ein Sieg über die Bayern nicht mehr als ein normaler Erfolg?
Timo Hildebrand: Doch, weil wir die Bayern distanziert haben, weiter oben dabei sind.

kicker:
Sie bekamen im Spiel gegen oben dabei sind und noch alles erreichen können. Es war der Abschluss einer ganz erfolgreichen Woche.

kicker:
Ist es angesichts des Erfolgs in dieser Runde nicht schade, dass sie sich im Som­mer aus Stuttgart ver­abschieden? Immerhin winkt die Teilnahme an der Cham­pions League.
Timo Hildebrand: Vielleicht spiele ich mit meinem neuen Verein ja auch in der Champions League.

kicker:
Wir wüssten es, wenn Sie diesen Verein nennen würden. Wann ist denn eigentlich endlich die Bekanntgabe?
Timo Hildebrand: Keine Ahnung.

kicker
: War der Sieg über Bayern die Krönung oder ist der Einzug ins Pokalfinale höher einzuschätzen?
Timo Hildebrand: Wir haben im Pokal nicht gegen so eine Topmannschaft wie Bayern München gespielt. Aber ein Sieg gegen Bayern ist immer gut. Wir haben auch gegen Bremen und Schalke zu Hause klar gewon­nen. Die Krönung ist, wenn wir das Pokalfinale gewinnen.

kicker:
Pokalhalbfinale gewonnen. Bayern geschlagen. War das die wichtigste Woche Ihrer VfB-Zeit?
Timo Hildebrand: Erfolgreich war sie auf jeden Fall.

kicker:
Aber doch auch eminent wichtig.
Timo Hildebrand: Das stimmt schon, ja. Insgesamt ist es schön, wenn man sich so verabschieden kann.

Quelle: kicker

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© by Regina Strauß