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| » "Für die Bayern wird es nicht so einfach werden" |

Nach dem Urlaub auf Sardinien beginnt auch für den Bundestrainer die neue Spielzeit. Im Interview bei WELT ONLINE spricht Joachim Löw über seine Erwartungen an die 45. Bundesligasaison, Garantien für Lukas Podolski, neuen Druck für Timo Hildebrand und die Expansionspläne der Liga.
WELT ONLINE: Herr Löw, wie sieht Ihr persönlicher Spielplan für das erste Bundesligawochenende der neuen Saison aus? Joachim Löw: Freitag schaue ich mir Stuttgart gegen Schalke an, Samstag bin ich beim Spiel Bayern München gegen Hansa Rostock. Mir geht es so wie den meisten Leuten: Ich freue mich wahnsinnig darauf. Endlich wieder Fußball. Und so ein Spiel des Meisters gegen den Zweiten gibt es zum Auftakt auch nicht häufig. Das ist ein toller Einstieg in die Saison.
WELT ONLINE: Viele unterschätzen den VfB Stuttgart. Sie auch? Löw: Ich schätze die Mannschaft sehr gut ein, weil sie für eine offensiv ausgerichtete Spielweise steht. Sie haben viele junge Spieler wie Tasci oder Khedira, die sich super entwickelt haben. Punktuell haben sie sich gut verstärkt. Die Frage ist, ob sie die Konstanz mit der Belastung durch die Champions League wiederholen können. Aber ich glaube schon, dass sie vorn mit dabei sind.
WELT ONLINE: Sie glauben also, der VfB kann um Platz zwei mitspielen, denn Platz eins scheint ja bereits fest an den FC Bayern vergeben zu sein. Löw: Da bin ich ganz anderer Meinung. Qualitativ zählen die Bayern zum Besten in der Bundesliga. Aber die Mannschaft muss sich erst mal einspielen und harmonieren. Alles muss automatisiert werden. Ein Titel ist noch nie vor der Saison vergeben worden.
WELT ONLINE: Es hat aber auch noch nie ein Bundesligaklub vorher rund 70 Millionen Euro für Zugänge ausgegeben. Weiterführende links
Was Sie über den 1. Spieltag wissen müssen Bilderstrecke: Die Meister der Bundesliga Bilderstrecke: Die Kapitäne der Bundesligisten Bilderstrecke: Bundesliga-Spielplan 2007/08 Bilderstrecke: Alle Testspiele der 18 Bundesligisten "Die geilste Zweite Liga aller Zeiten" Bilderstrecke: Welcher Bundesliga-Trainer muss als erster gehen? Bilderstrecke: Die neuen Hoffungsträger Die neue Lust an den talentierten Jungen Bilderstrecke: Gomez ist Fußballer des Jahres Löw: Die Investitionen, die der FC Bayern München getätigt hat, waren immens. Aber sie motivieren auch die Konkurrenz. Alle anderen Mannschaften, Schalke, Bremen, Leverkusen, Hamburg und Stuttgart, alle werden sich mit Vehemenz dagegen stemmen. Die Bayern treffen auf Gegner, die noch ein paar Prozent mehr geben als sonst, die defensiv spielen werden, sich einigeln. Da wird es für die Bayern nicht so einfach werden, wie jetzt vielleicht viele denken.
WELT ONLINE: Hat Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld den einfachsten Job der Liga, weil er die freie Spielerauswahl hat? Oder werden ihm die vielen Stars Probleme bereiten? Löw: Er ist ein guter Kommunikator und ein guter Psychologe. Er kann mit Stars umgehen, die Spieler bei Laune halten, und er hat eine immense Erfahrung. Die vielen qualitativ guten Spieler und ihre Begehrlichkeiten werden für ihn kein Problem. Dennoch wird es vermutlich ein bisschen dauern, bis die Bayern auf dem höchsten Niveau spielen. Ich bin absolut überzeugt davon, dass es keinen Durchmarsch der Bayern geben wird.
WELT ONLINE: Auch andere Vereine haben viel Geld in neue Stars investiert. Ist das gut für den deutschen Fußball?
Löw: In den vergangenen Jahren wurden aus dem Ausland viele durchschnittliche Spieler geholt. Jetzt sehe ich einen anderen Trend. Wenn Vereine einen Ausländer holen wollen, bemühen sie sich lieber um einen Topspieler als um viele mittelmäßige. Besser wenige Ausländer mit hoher Qualität als viele mit durchschnittlicher Qualität. Denn das ist für die deutschen Spieler gut.
WELT ONLINE: Weil sie lernen können? Löw: Die jungen Spieler können sich von einem Diego, Gilberto, Naldo oder diese Saison auch Ribery oder Toni etwas abschauen.
WELT ONLINE: Einige werden aber nur noch von der Seitenlinie zuschauen. Lukas Podolski beim FC Bayern könnte ein prominentes Opfer werden. Löw: Ich bin trotz der vielen Zugänge überzeugt, dass sich die wirkliche Klasse deutscher Spieler trotzdem durchsetzt. Das gilt für einen Bastian Schweinsteiger, aber auch für Lukas Podolski. Ein Lukas Podolski in guter Form wird bei den Bayern gebraucht und eine wichtige Rolle spielen.
WELT ONLINE: Wäre er auch als Ersatzspieler bei Ihnen in der Nationalmannschaft gesetzt? Löw: Ja. Lukas Podolski ist bei uns ein Spieler, mit dem wir absolut rechnen. Nicht nur zur EM, sondern auch die nächsten Jahre. Er wird und muss sich aber noch weiterentwickeln.
WELT ONLINE: Stichwort Entwicklung. Vor der vergangenen Saison haben Sie bemängelt, dass der deutsche Fußball im internationalen Vergleich immer noch „hinterherhinkt“. Hat sich daran etwas geändert? Löw: Der Mut zur Offensive ist bei mehr Mannschaften da als noch vor zwei Jahren. Außerdem wurden verstärkt deutsche Spieler eingesetzt, und die Vereine sind gut damit gefahren, siehe Mario Gomez in Stuttgart, der zum „Fußballer des Jahres“ gewählt wurde. International sind wir konkurrenzfähiger geworden, auch mit der Nationalmannschaft. Wir haben enorm aufgeholt, aber wir haben keine Spitzenposition inne. Dafür müssen wir noch viel tun.
WELT ONLINE: Das heißt also, dass die Bundesliga noch nicht zu den europäischen Topligen zählt? UMFRAGE.Umfrage
Freitag startet die Bundesliga. Wer wird Deutscher Meister? Wir hatten Probleme in den vergangenen Jahren in den internationalen Wettbewerben. Die Vereine sind früh ausgeschieden. In diesem Jahr wird sich zeigen, ob die Bundesliga wieder ans europäische Topniveau anschließen kann. Ich bin zuversichtlich, weil viele Klubs jetzt stärker in den Trainerstab investieren. Es sind Spezialisten geholt worden, die mit den Spielern individuell arbeiten. Und dann ist es logisch, dass sich insgesamt die Qualität hebt. Ich hoffe, dass die deutschen Vereine im Europapokal möglichst weit kommen.
WELT ONLINE: Das würde aber eine höhere Belastung der Nationalspieler vor der EM bedeuten? Löw: Die Champions League ist das Maß aller Dinge. Wenn man sich da durchsetzt, mit Teams wie Chelsea, Mailand oder Madrid messen kann, bringt das jeden einzelnen Spieler weiter. Außerdem geht man mit breiter Brust in die EM, wenn man in der Champions League gegen die europäischen Stars gut gespielt hat.
WELT ONLINE: Sie haben Real Madrid erwähnt. Freut es Sie, dass in Trainer Bernd Schuster und Christoph Metzelder zwei Deutsche bei einem so renommierten Klub arbeiten? Löw: Ich freue mich für Bernd Schuster persönlich, seinen Job wünschen sich viele. Christoph Metzelder wollte immer ins Ausland gehen. Er hat sich gut vorbereitet, die Sprache gelernt und sich mit einem eigenen Fitnesstrainer auf die Vorbereitung vorbereitet. Er kann auf einem hohen Niveau spielen. Wir werden Spanien ohnehin stärker beobachten, weil dort neben David Odonkor jetzt auch Timo Hildebrand spielt.
WELT ONLINE: Im Moment droht ihm bei Valencia die Rolle des Ersatztorhüters. Könnte er dadurch seinen Status als deutsche Nummer zwei verspielen? Löw: Es könnte sein. Er ist optimistisch, aber er weiß nicht, wie sich sein Trainer entscheidet. Sollte er über eine ganze Saison nicht spielen, gibt es für uns eine Situation, wo wir über ihn nachdenken müssen, zumal die Konkurrenz auf der Position sehr groß ist.
WELT ONLINE: Michael Ballack wurde mit Madrid in Verbindung gebracht. Bei Chelsea hat er bisher nicht überzeugt. Passt er nicht nach England? Löw: Michael Ballack ist unbestritten ein Weltklassespieler. Und ich sehe das nicht so negativ: Er hat oft gespielt, und in der Nationalmannschaft hat man gespürt, dass er vor allem körperlich vorangekommen ist. Er wird sich durchsetzen.
WELT ONLINE: Zurück in die Bundesliga. In Miroslav Klose und Marcell Jansen sind zwei Nationalspieler zum FC Bayern gewechselt. War es der richtige Schritt? Löw: Klose hat vorher mit mir gesprochen, und ich habe gemerkt, er ist zu 100 Prozent davon überzeugt, zu den Bayern zu gehen. Er wollte unbedingt noch in diesem Jahr den Schnitt in Bremen machen. Bei Marcell Jansen hatte ich früh das Gefühl, dass ihn die Münchner nicht nur als Ergänzungsspieler sehen. Wenn ich das Gefühl habe, dass Spieler diesen Schritt machen wollen, dann unterstütze ich sie auch. Klose hat mich übrigens angenehm überrascht, wie schnell er sich in München zu Recht findet. Und auch Jansen fühlt sich bei den Bayern wohl.
WELT ONLINE: Gut für Sie. Am 22. August ist das Länderspiel gegen England, danach steht die EM-Qualifikation an. Wird es in dieser Saison große Veränderungen im Nationalkader geben? Löw: Der Stamm steht ja. Aber es gibt mehr Auswahl als noch vor der WM. Es sind Talente nachgerückt. Dazu hoffe ich, dass die lange verletzten Spieler zurückkommen, beispielsweise Kehl oder Asamoah. Am Ende des Jahres werden wir sicher den Kreis der EM-Kandidaten auf etwa 30 Spieler eingrenzen, auf die wir uns konzentrieren.
WELT ONLINE: Geht es nach den Plänen der Bundesliga, bleibt in Zukunft weniger Zeit für die deutsche Nationalmannschaft. Mögliche Änderungen wie die Ausweitung des Ligapokals oder die Abschaffung der Winterpause wären vermutlich nicht in Ihrem Interesse. Schlagworte
Löw: So ist es. Ich bin dagegen, noch mehr Termine in den Kalender zu nehmen. Spieler wie Podolski, Mertesacker, Lahm müssen über zehn Jahre auf einem Topniveau bleiben. Deshalb muss die Intensität sinnvoll gesteuert sein. Ich verstehe, dass die Bundesligavereine nach neuen Einnahmemöglichkeiten suchen. Aber auf der anderen Seite steht die Qualität und die Gesundheit. Und da muss man sehr vorsichtig sein.
Quelle: welt-onine.de
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| » "Das war mein Wunschverein" |
Der Torwart Timo Hildebrand über den Wechsel nach Valencia und mögliche Berührungspunkte mit dem VfB
Für Timo Hildebrand (28) hat ein neuer Abschnitt begonnen. Nach zwölf Jahren beim VfB Stuttgart wurde der Torhüter gestern beim FC Valencia vorgestellt. "Hier habe ich die besten Perspektiven", sagt Hildebrand im Gespräch mit Thomas Haid.
Herr Hildebrand, Sie wissen hoffentlich schon, dass Sie aus VfB-Sicht mit Ihrem Wechsel nach Valencia einen Stilbruch begangen haben. Sie sind jetzt ein Blauer.
Timo Hildebrand: Warum? Die traditionelle Farbe von Valencia ist doch Orange.
Aber gleich nach Ihrer Ankunft in Spanien wurden Sie mit einem Klubschal fotografiert, der verdächtig an die Fanartikel der Stuttgarter Kickers erinnerte.
Timo Hildebrand: Das sieht nur so aus. Ich kann alle beim VfB beruhigen: ein Blauer bin ich bestimmt nicht.
Wie ist Ihr erster Eindruck von Valencia?
Timo Hildebrand: Schön. Am Dienstag haben mich Fotografen und Kamerateams am Flughafen empfangen. Anschließend bin ich mit einigen Offiziellen des Klubs zum Abendessen. Und gestern war dann die Präsentation im Stadion.
Wie ist die abgelaufen?
Timo Hildebrand: Wir saßen mit vielen Journalisten im VIP-Raum. Außerdem waren auch ein paar Freunde von mir da, die ich bei meinen früheren Besuchen in Valencia kennen gelernt habe. Zur Einführung habe ich ein paar Sätze gesagt - auf Spanisch übrigens.
Sie beherrschen diese Sprache bereits?
Timo Hildebrand: Ich lerne seit einiger Zeit Spanisch und verstehe schon viel. Aber bis ich gut sprechen kann, braucht es noch eine Weile.
Welche Frage wurde Ihnen da beispielsweise mit am meisten gestellt?
Timo Hildebrand: Was ich von Santiago Canizares halte.
Und?
Timo Hildebrand: Canizares ist ein guter Torwart, und ich habe Respekt vor ihm. Aber ich habe ihn noch nicht persönlich kennen gelernt und muss mir erst ein Bild von ihm machen. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen.
Was gab den Ausschlag für Valencia?
Timo Hildebrand: Das war mein Wunschverein. Hier habe ich die besten Perspektiven und kann einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Mein erstes Ziel ist es, mir den Platz zwischen den Pfosten zu erkämpfen.
Das Duell mit Canizares könnte ziemlich spannend werden.
Timo Hildebrand: Das glaube ich auch, aber so ist das nun mal bei einem europäischen Topklub wie dem FC Valencia. Es gibt nicht viele Profis, die überhaupt die Chance bekommen, einmal im Ausland zu spielen. Vor zwei Jahren habe ich diesen Schritt noch nicht gemacht, aber jetzt war die Zeit reif dafür.
Was hat Valencia, was Stuttgart fehlt?
Timo Hildebrand: Ein Meer. Zudem ist das Wetter hier besser.
Unter Umständen könnten Sie schon im September wieder auf den VfB treffen - in der Champions League.
Timo Hildebrand: Der September ist zwar noch weit weg, aber zuletzt haben wir beim VfB in der Tat über diese Möglichkeit geflachst. Es wäre witzig, wenn es dazu käme.
Zunächst mal geben Sie am Montag beim VfB Ihren Ausstand in der Mannschaft. Ist da ein weinendes Auge dabei?
Timo Hildebrand: Ich freue mich vor allem darauf, die Jungs nochmal zu sehen. Aber es stimmt: es ist immer komisch, einen Ort nach so langer Zeit zu verlassen. Jetzt zählt für mich jedoch nur eines: Valencia.
Stuttgarter Zeitung 05. Juli 2007
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| » Ein Eldorado für Berater |

Im Sommer bewegt der Fußball viel Geld, dann werden die großen Transfers abgewickelt - oder eben nicht.
Es waren bewegende Momente, damals im Mai, als Timo Hildebrand mit dosiertem Pathos von diesem einen großen Traum sprach, der sich letzten Endes erfüllt habe. Dem Traum, mit dem VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Da haben in Stuttgart auch harte Kerle hemmungslos geheult. Vor Rührung. Und Wehmut. Denn der Titel war ja auch so etwas wie das Abschiedsgeschenk des Ballfängers. Hildebrand brach als kleiner Held ans Mittelmeer auf, nach Valencia.
Sechs Wochen später sind die Stunden des puren Glücks vorüber und Hildebrand sitzt, wie es scheint, zwischen allen Stühlen. Beim FC Valencia ist unlängst Manager Amadeo Carboni entlassen worden, ausgerechnet Carboni, der Hildebrand verpflichten wollte. Trainer Quique Flores hingegen sagt, er vertraue lieber auf die Dienste des bisherigen Stammtorwarts Santiago Canizares. Der ist 37 Jahre alt, in Valencia eine Institution und auch Liebling der Massen. Canizares durfte sich kürzlich über eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre freuen.
Was wird nun also aus Hildebrand? Versauert er im neuen Verein auf der Bank? Ist die EM 2008 in Gefahr? Kommt der Wechsel überhaupt zustande? Hildebrand selbst, gerade aus Ibiza zurück, gibt sich cool: "Ich habe keine Probleme. Alles läuft für mich in normalen Bahnen." Gerüchten zufolge sollen auch der FC Chelsea und Real Madrid an dem 28-Jährigen interessiert sein.
Die Gerüchteküche brodelt in diesen Tagen ohnehin. Nicht nur in Valencia.
Nun ist der Fall Hildebrand ein schönes Beispiel für die Tücken des Transfermarktes. Sicherheiten gibt's nicht im modernen Fußballerhandel. Der Millionen-Poker treibt sonderbare Blüten; Berater und Vereinsbosse lassen sich nicht in die Karten schauen und die Muskeln spielen. Da sind starke Nerven gefragt. Die Funktionäre spielen in der Regel auf Zeit, denn fast immer fallen die Preise bis hin zum Marktschluss am 31. August. "Uns sind am Anfang Spieler für fünf Millionen Euro angeboten worden, die jetzt wieder verhandelbar sind", sagt Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Eintracht. Auch Stefan Kuntz, der Manager des VfL Bochum, versucht sich als Zocker. "Man muss Ruhe bewahren, oftmals kommt man spät zum Zug." Bisweilen aber gar nicht.
Gerade die kleinen Vereine schauen regelmäßig in die Röhre, wenn ein Schwergewicht den ausgetüftelten Deal mit dem Wunschkandidaten durch eine höhere Offerte zunichte macht. Oder durch bessere Infrastruktur: So musste Zweitliga-Aufsteiger TSG Hoffenheim trotz praller Kassen nacheinander Absagen von Sascha Rösler, Alexander Iashvili und Mathias Abel hinnehmen. Mit einem neuen Stadion können die potenten Hoffenheimer erst 2009 prahlen. "Solange", sagt der Mainzer Manager Christian Heidel ungerührt, "müssen sie für gute Spieler eben Schmerzensgeld obendrauf zahlen."
Weniger finanzkräftige Klubs müssen sich andernorts umtun. Bochum hat das vor Jahresfrist mit Theofanis Gekas geschafft, auch Cottbus mit Sergiu Radu und Vlad Munteanu. Und dieses Jahr? In spätestens zwölf Monaten ist man schlauer. Aber die Lage ist oft unübersichtlich. "Manche Spieler", sagt der Mainzer Heidel, "werden uns von vier oder fünf Beratern gleichzeitig angeboten. Manchmal habe ich den Eindruck, es bewegen sich mehr Berater als Fußballprofis auf dem Markt."
Erschwerend kommt hinzu, dass das Transfergeschacher nicht selten unter reger Anteilnahme der Öffentlichkeit stattfindet. Die Berater helfen dabei mitunter gern. "Wenn so etwas erstmal in der Zeitung steht, wird es schwer, die Deals auch abzuschließen", klagt Bruchhagen, der am liebsten im stillen Kämmerlein werkelt. "Es gibt genügend Transfers, die scheitern. Von denen erfährt die Öffentlichkeit nichts."
Es gibt andererseits viele Spieler, die davon profitieren, dass kurz vor dem Trainingsauftakt die Hektik zunimmt und der Transfer unter dem medialen Brennglas ausgebreitet wird. Etwa der Brasilianer Carlos Alberto. Oder besser dessen Besitzer, Londoner Investoren, die unter dem Kürzel "MSI" firmieren. Die reiben sich die Hände, weil Werder Bremen und Hamburger SV derzeit um den fünffachen brasilianischen Nationalspieler von Fluminense Rio de Janeiro und ehemaligen Jungprofi des FC Porto (schoss im Champions-League-Finale 2004 ein Tor) buhlen.
Eigentlich war sich der 22-Jährige bereits mit den Bremern einig. "Der Spieler hat sich zu uns bekannt", sagt Werders Sportchef Klaus Allofs. "Doch der Spieler entscheidet nicht allein." So versucht der Hamburger Sportchef Dietmar Beiersdorfer die Briten zu überzeugen, dass ein Wechsel an die Elbe für Carlos Alberto (die finanziell) bessere Lösung wäre. "Der Preis geht immer höher", klagt Werders Vorstandsboss Jürgen L. Born. "Die Parameter haben sich nicht verändert", entgegnet Beiersdorfer und wundert sich über beleidigte Bremer. Am Ende dürfte ein Transfer stehen, der dem Spieler und seinen Besitzern viel mehr Geld bringt als noch vor kurzem gehofft.
Anderen Profis reicht eine gute Halbserie, um ihren Wert zu vervielfachen. Mohamed Zidan etwa wechselte für 5,8 Millionen von Mainz zum HSV. Zuvor versauerte er in Bremen auf der Bank. Auch Leon Andreasen, bei Werder im Abseits, verhalf eine starke Rückrunde in Mainz zu neuer Popularität. Um den Dänen streiten sich Schalke, Hannover, Hertha und Frankfurt - vermutlich wird auch hier der größte und potenteste Klub, also Schalke, das Rennen machen. Andere Profis (Albert Streit) wiederum stänkern so lange über den alten Arbeitgeber (Frankfurt), bis ihn der ausgeguckte neue (Schalke) nicht mehr will. Das ist dann auch blöd gelaufen.
Zurzeit bringt der Meister Bewegung in den Markt. Der VfB Stuttgart will den Brasilianer und Ex-Dortmunder Ewerthon für zehn Millionen Euro von Real Saragossa holen. Und muss indessen aufpassen, dass nicht Shootingstar Mario Gomez von der Fahne geht. Juventus Turin bietet - wohl zunächst erfolglos - 25 Millionen Euro. Aber zumindest hat der italienische Rekordmeister nun schon den Fuß in der Tür.
Quelle: fr-online.de ~ 26.06.2007 ~
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» Spanien: Was wird aus Timo Hildebrand? |

Valencia entlässt Carboni ~ 20.06.2007 ~
Der lange schwelende interne Machtkampf beim sechsmaligen spanischen Meister FC Valencia ist entschieden. Trainer Quique Sánchez Flores geht als Gewinner aus dem Zwist hervor, Valencias Manager Amadeo Carboni dagegen muss seinen Hut nehmen.
Der zweimalige Champions-League-Finalist FC Valencia (Niederlagen gegen Real Madrid 2000 und den FC Bayern München 2001) hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Manager Amadeo Carboni getrennt. Damit reagierten die Klub-Verantwortlichen auf das seit langem zerrüttete Verhältnis zwischen Carboni und Cheftrainer Quique Sánchez Flores. Der Coach war trotz des sportlichen Erfolges immer wieder Spekulationen über seine Ablösung ausgesetzt. Nun also entschied Flores den internen Machtkampf für sich.
Die Differenzen zwischen Carboni und dem Coach traten nicht zuletzt im Transfergerangel um den deutschen Nationaltorhüter Timo Hildebrand offen zu Tage. Alles andere als einer Meinung war sich schon im Januar dieses Jahres die sportliche Leitung des FC Valencia in Sachen Hildebrand. Während Sportdirektor Carboni mit dem Stuttgarter Schlussmann Eingikeit über einen Transfer im Sommer erzielt haben soll, war der Trainerstab um Quique Sánchez Flores nicht überzeugt vom heute 28-Jährigen
Trainers Sánchez Flores übte harsche Kritik am Stil des VfB-Keepers. Hildebrand sei nach Flores' Meinung auf Show-Effekte aus, berichteten spanische Medien, würde auf Grund seines Aussehens ("David-Beckham-Stil") die Aufmerksamkeit der Medien auf den Verein ziehen. Seine Reflexe seien zwar gut, jedoch weise Hildebrand Defizite im Spielverständnis auf.
Zwar schweigt Hildebrand, der beim deutschen Meister VfB Stuttgart keinen Vertrag mehr unterzeichnen wollte, weiter eisern zu seiner sportlichen Zukunft.
Sollte es aber tatsächlich zu einem Vertragsabschluss Hildebrands in Valencia kommen (gekommen sein?), dürfte sich die Position des Nationaltorhüters, der in Konkurrenz zum spanischen Ex-Nationaltorhüter Santiago Cañizares (37, seit 1998 in Valencia) treten würde, durch Carbonis Entlassung nicht eben gebessert haben.
Quelle: kicker.de
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| » Hildebrand oder Wie die Zeit vergeht |

"So wie die Jungs gekämpft haben, traue ich ihnen in der nächsten Saison alles zu", sagt der Torwart, der den VfB Stuttgart verlässt - Die zwölfjährige Ära beim VfB Stuttgart ist für Timo Hildebrand (28) mit dem Pokalfinale gegen Nürnberg zu Ende gegangen. Es war ein eher leiser Abschied des Torwarts in Berlin. Die Chronologie des Samstags.
19.18 Uhr. Timo Hildebrand läuft auf den Platz im Olympiastadion. Aus den Lautsprechern tönen die Sportfreunde Stiller mit: "54, 74, 90, 2010 - und wir stimmen alle ein." Hildebrand schweigt. Er wärmt sich wie immer mit seinem Trainer Eberhard Trautner auf. Dazu schlägt sein Freund Marco Streller ein paar Flanken, die er souverän abfängt
19.33 Uhr. Die Mannschaft schießt der Reihe nach auf das Tor von Hildebrand. Sami Khedira trifft, aber sonst fast keiner. Das ändert sich erst, als die Nürnberger Vereinshymne gespielt wird. Der Titel: "Die Legende lebt." Eine Zeile lautet darin: "Oh, wie die Zeit vergeht." Wird Hildebrand dadurch etwas abgelenkt? Seine zwölf Jahre beim VfB sind jedenfalls auch gleich vorbei. Er geht in die Kabine. Es ist 19.47 Uhr.
19.48 Uhr. Der Stadionsprecher verliest die Aufstellung. Bei der Nummer eins und dem Vornamen Timo rufen die VfB-Fans hinterher: Hildebrand. Bei dem Nürnberger Raphael Schäfer pfeifen sie. Das wird sich in der nächsten Saison ändern. Dann steht Schäfer statt Hildebrand zwischen den Pfosten.
19.59 Uhr. Bei der Nationalhymne legt Hildebrand einen Arm um Fernando Meira und den anderen um Thomas Hitzlsperger, die neben ihm stehen. Danach klatscht er sich mit allen ab. Er schwört die Kollegen auf die Partie ein. Dabei war Hildebrand in der Hinrunde noch ziemlich isoliert in der Mannschaft, aber in den vergangenen Wochen hat sich der frühere Einzelgänger geöffnet.
20.05 Uhr. Anpfiff. Hildebrand hat nichts zu tun und beobachtet das Geschehen meist zehn Meter vor seinem Gehäuse stehend. Als Cacau das 1:0 erzielt, ballt er die Faust. Seine Bilanz bis dahin: ein Abschlag, ein ausgeführter Freistoß an der Strafraumgrenze.
20.31 Uhr. Der erste Schuss auf sein Tor ist drin. Mintal hat getroffen. Vier Minuten später sieht Cacau die rote Karte - übrigens auch auf Betreiben des vehement protestierenden Schäfer hin. Die VfB-Spieler stürmen auf den Linienrichter Kai Voss zu und wollen ihn umstimmen. Hildebrand hält sich raus und schüttelt den Kopf.
20.52 Uhr. Hildebrand muss erstmals eingreifen. Gegen Kristiansen rettet er mit einer Fußabwehr. Dann geht es in die Pause.
21.37 Uhr. Arthur Boka verpasst den Ausgleich. Hildebrand sinkt auf die Knie. Er weiß, viele Chancen gibt es nicht mehr.
21.45 Uhr. Aber noch diese. Elfmeter für den VfB. Hildebrand lehnt hinter seinem Tor an einer Werbebande. Die Spannung ist unerträglich. Aber Pavel Pardo verwandelt zum 2:2. Hildebrand bezieht wieder seinen Arbeitsplatz. Ein paar Minuten später feiern ihn die Fans mit Sprechchören. Er winkt zurück.
22.20 Uhr. Dem Sonntagsschuss von Kristiansen kann Hildebrand nur hinterherschauen. Frustriert holt er den Ball aus dem Netz - zum letzten Mal beim VfB. Viel konnte er an diesem Tag nicht ausrichten. Die meisten Paraden hat er noch beim Aufwärmen gezeigt. Aber das ist nicht seine Schuld.
22.32 Uhr. Hildebrand schaltet sich in den Angriff ein und taucht plötzlich im gegnerischen Strafraum auf - zu spät. Jetzt ist das Spiel aus. Er gibt Horst Heldt die Hand und dann Armin Veh. "Ich denke, er wird uns vermissen - und wir ihn", sagt Heldt. Dann marschiert Hildebrand in die Katakomben.
22.36 Uhr. Er taucht wieder auf und gibt ein Fernsehinterview. "Was wir mit zehn Mann geleistet haben, war sensationell", sagt Hildebrand, "der Schiedsrichter hatte das Spiel nicht im Griff." Dann macht er sich auf den Weg in die Fankurve, wo der Rest des Teams schon angekommen ist. Hildebrand steht ein bisschen abseits. Will er alleine sein mit sich und seinen Gedanken?
22.45 Uhr. Hildebrand steigt als Erster aufs Podium, um seine Medaille abzuholen. Danach läuft wieder das Nürnberg-Lied: "Die Legende lebt" und "Oh, wie die Zeit vergeht". Der Bundestrainer Joachim Löw überreicht den Pokal an den Club-Kapitän Raphael Schäfer. Da ist es 22.53 Uhr - und Hildebrand befindet sich bereits in der Kabine.
23.28 Uhr. Er erscheint in der Mixed Zone, um die Fragen der Reporter zu beantworten. "Wir haben alles gegeben und alles abgerufen, was wir zu bieten hatten", sagt er. Die Luft ist stickig. Obwohl er frisch geduscht ist, beginnt Hildebrand zu schwitzen.
23.41 Uhr. Vor dem Mannschaftsbus wird er nochmal von einem TV-Team abgefangen. "Mir ist noch nicht so bewusst, dass nun Schluss ist", sagt Hildebrand - und wünscht seinem Nachfolger Schäfer viel Glück: "Ich hoffe, dass er eine gute Zeit beim VfB hat."
1.12 Uhr. Hildebrand bleibt nicht allzu lange beim offiziellen Empfang im Hotel Esplanade, wohin der VfB geladen hat. Beim Abschied von Elber vor zehn Jahren hatte die Musikkapelle im gleichen Raum noch effektvoll ¸¸Time to say Goodbye" gespielt. Hildebrand bevorzugt leisere Töne. Er sagt noch: "So wie die Jungs gekämpft haben, traue ich ihnen in der nächsten Saison alles zu." Aber er ist dann nicht mehr dabei.
Quelle: Stuttgarter Zeitung 29.05.2007
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| » Vier Hände für ein Halleluja |

Das DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin ist für beide Klubs ein historisches Ereignis. Aber es ist darüberhinaus vor allem für zwei Akteure auch ein ganz besonderes Spiel: Die beiden Torhüter Raphael Schäfer und Timo Hildebrand stehen zum letzten Mal für ihren Verein zwischen den Pfosten. Dann wird der Nürnberger Schäfer Hildebrands Nachfolger beim VfB.
Am Samstagabend um 20 Uhr kommt es zum großen Torhüterduell und für beide Seiten emotionalen Abschied vom eigenen Verein zwischen Nürnbergs Raphael Schäfer und Stuttgarts Timo Hildebrand.
Schäfer bestreitet nach sechs Jahren nicht nur sein letztes Spiel für den Club, der 28-Jährige trifft in Berlin ausgerechnet auf seinen künftigen Arbeitgeber VfB Stuttgart. Dieser wiederum hat seinen jüngsten Coup, die Deutsche Meisterschaft, auch zum Gutteil seinem Nationaltorhüter Hildebrand zu verdanken, der die Schwaben nach acht Profijahren verlässt; aller Wahrscheinlichkeit nach in Richtung des spanischen Traditionsklubs FC Valencia.
Hildebrand ebnete also Schäfer jüngst den Weg, in der kommenden Saison Champions League zu spielen. Doch an die kommende Spielzeit mag der Kapitän des 1. FCN derzeit nicht denken, vielmehr will er dem VfB das Double vermasseln. "Ich will mich vernünftig verabschieden, am liebsten mit dem Pokalsieg. Das wäre das i-Tüpfelchen auf sechs tolle Jahre", sagte der Club-Keeper, dem der Abschied aus Nürnberg nicht leicht fällt: "Es fällt schwer zu gehen. Aber ich bin stolz auf das, was wir hier gemeinsam erreicht haben. Ich kann erhobenen Hauptes aus Nürnberg weggehen", so Schäfer vor Nürnbergs erster Finalteilnahme seit 1982. Damals unterlagen die Franken in einem denkwürdigen Spiel dem FC Bayern mit 2:4 nach 2:0-Pausenführung.
Dabei hatte es Schäfer nicht immer leicht beim 1. FCN. Er habe "eine Menge abbekommen. Ich musste mir mein Standing hart erarbeiten", erklärte Schäfer dem sid. Als er im Sommer 2001 vom VfB Lübeck zum neunmaligen deutschen Meister wechselte, war er zunächst zwei Jahre lang zweiter Torhüter hinter Darius Kampa. Danach wurde er Stammkeeper, doch der Durchbruch gelang Schäfer erst unter Trainer Hans Meyer.
"Er ist nicht zufällig Kapitän"
Durch eine "Entwicklung im Kopf", meint der Coach, habe sich Schäfer zu einer Stütze der Mannschaft entwickelt, "er ist auch nicht zufällig Kapitän geworden". Inzwischen steht der 28-Jährige hinter der besten Abwehr der Liga und im Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw. "Er hat eine richtig gute Saison gespielt", attestierte jüngst auch Bundestorwarttrainer Andreas Köpke
Gerade im Hinblick auf die Nationalmannschaft verspricht sich Schäfer in Stuttgart bessere Perspektiven. "Es wäre schön, wenn ich als dritter Torhüter zur EM fahren könnte. Auf alle Fälle erwarte ich mir durch den Wechsel eine größere Chance." Im Team von Jogi Löw träfe Schäfer erneut auf Hildebrand, derzeit die Nummer zwei hinter Arsenal-Keeper Jens Lehmann
"Spätzünder" Schäfers langer Kampf
Immer wieder kreuzten sich die Wege der jeweils 28 Jahre alten Schlussmänner, meist hatte Hildebrand im direkten Vergleich die Nase vorn. "Ich kenne ihn aus den DFB-Nachwuchsmannschaften. Ich habe ihn damals abgelöst", erinnert sich der VfB-Keeper. Doch während Hildebrand folgerichtig bei den Großen zum dritten Nationaltorhüter hinter den führenden Schlussleuten Jens Lehmann und Oliver Kahn aufstieg, musste "Spätzünder" Schäfer lange in den Bundesliga-Niederungen um Anerkennung kämpfen.
Wie auch der lange als zurückhaltend geltende Hildebrand ist Linksfuß Schäfer, der sich selbst als ?eine Art Libero" bezeichnet, ein ruhiger Vertreter seiner Zunft, große Schlagzeilen sind ihm ebenso fremd wie große Worte. "Die Oliver-Kahn-Art stirbt ein bisschen aus", sagte Schäfer der dpa und sieht sich somit im Trend. "Man muss immer eine Maske aufhaben, gerade im Show-Business Fußball", gibt sich auch Hildebrand zurückhaltend, wenngleich der Stuttgarter zuletzt wahre Gefühlsausbrüche zeigte. "Ich werde die Fans, diese Mannschaft und diesen Verein, dem ich alles in meiner Karriere zu verdanken habe, nie vergessen", schwärmte er nach dem Titelgewinn am Samstag.
Dass Schäfer in seinem letzten Spiel für den Club ausgerechnet auf seine künftigen Kollegen trifft, sieht er nicht als Belastung. "Meine Zeit beim VfB beginnt erst am 1. Juli. Zudem habe ich ja nichts davon, wenn Stuttgart gewinnt. Und international qualifiziert sind wir beide", sagte Schäfer und baut auf die perfekte Arbeitsteilung: "Ihr habt die Meisterschale, wir holen den Pokal." Den dürfte er dann aus den Händen von Bundestrainer Jogi Löw als Kapitän entgegen nehmen und in die Höhe stemmen
"Es wird wieder Zeit für einen Außenseitersieg. Es gäbe nichts Schöneres, als mich mit dem Pokal, meinem ersten Titel, aus Nürnberg zu verabschieden", sagt Schäfer vor dem mit Spannung erwarteten Duell gegen seine künftigen Kollegen, die nach dem deutschen Meistertitel heiß auf das Double sind. "Wir gehen voller Euphorie und Optimismus ins Pokalfinale", kündigte Nationaltorhüter Hildebrand vor seinem letzten Spiel bei den Schwaben an.
Quelle: kicker.de 25.05.2007
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| » Ein sensibler Teufelskerl / 24.05.2007 |

München - Wenn man vor ein paar Wochen über Timo Hildebrand und den VfB Stuttgart nachgedacht hat, dann schoss einem immer mal wieder diese eine, völlig obskure Szene in den Kopf.
Ein 25-jähriger Mann sitzt da auf einem Podium, mit leiser Stimme und einem Blick wie ein verschrecktes Reh. Sein oberster Vorgesetzter sitzt daneben. Es ist Erwin Staudt, der VfB-Präsident.
Eigentlich müsste er jetzt frei sein, erlöst von den Zentnerlasten der letzten Monate, als Verein, Medien und Fans Druck auf ihn ausübten. Als er sich von seinen Beratern offenbar nicht gut beraten lies und aus einer einfachen Unterschrift eine fast verhängnisvolle Hängepartie wurde.
Bild mit peinlicher Note
Plötzlich kam dann dieser Zettel zum Vorschein und Hildebrand begann zu zitieren. Die freie Rede war ihm, obschon sprachgewandt und clever, offenbar abhanden gekommen. Der mündige Profi war gestern. Heute war fragil, höchst sensibel und automatisiert.
So färbte eine peinliche Note die doch eigentlich Erlösung stiftende Pressekonferenz. Was blieb, war ein unschönes Bild. Das von Hildebrand, dem Abzocker, der nicht fähig zu einem ehrlichen und offenen Bekenntnis zu seinem Verein ist
Frieden mit sich selbst geschlossen
Das war im Februar 2005. Heute, gut zwei Jahre später, hat Hildebrand endlich und endgültig seinen Frieden geschlossen. Mit dem Verein, mit den Fans, ein bisschen auch mit den Medien. Vor allem aber mit sich selbst.
"Wenn solche Verhandlungen laufen, denkt man leicht, hinter jedem Stein sitzt einer, der einem Böses will", sagt er rückblickend. "Früher habe ich intern oft kritisiert, jetzt stehe ich eher für gute Laune. Ich freue mich, dass ich so locker sein kann."
Eine seltsame Saison
Da traf es sich doch prima, dass er mit "seinem VfB" am vergangenen Samstag den ersten Titel holen konnte. Die Sensations-Meisterschaft war der Höhepunkt eines seltsamen Jahres für den mittlerweile 28-Jährigen.
Nach der WM fiel Hildebrand wie viele andere auch in ein Leistungsloch, hatte einige Tiefen zu überstehen. Im Dezember drohte ein Deja-vu, als seine Berater einfach einen Verhandlungstermin mit VfB-Sportdirektor Horst Heldt verstreichen ließen
Heldt reagierte eiskalt, setzte Hildebrand unter Druck und erwartete eine Entscheidung noch vor der Jahreswende. Im Nachhinein ein Glücksfall für Keeper und Verein.
Stoff zur Legendenbildung
Nachdem er seine Entscheidung verkündete, in der kommenden Saison nicht mehr in Stuttgart spielen zu wollen, blühte Hildebrand förmlich auf und führte den VfB zum Titel und ins Pokalfinale.
Sein Image wurde von Woche zu Woche besser, am vorletzten Spieltag in Bochum produzierte er - zumindest für diese Saison - Stoff zur Legendenbildung.
Die Wahnsinnsparade kurz vor Schluss gegen Christoph Dabrowski verkörperte den unbändigen Willen Hildebrands, sich mit einem Titel aus Stuttgart zu verabschieden.
"Da ist der Teufelskerl"
"Du kommst hier nicht rein! Nicht heute und schon gar nicht, wenn ich Meister werden will", schien er dem Ball entgegen zu brüllen.
Natürlich füllten Thomas Hitzlsperger und Sami Khedira eine Woche später mit ihren Toren gegen Cottbus die Statistiken, Hildebrands Tat wird aber allen Fans als wahres Meisterstück in ewiger Erinnerung bleiben und die alte Geschichte von 2005 vergessen machen.
"Da ist der Teufelskerl, dem wir es zu verdanken haben, dass wir da oben stehen", sagte Mario Gomez danach. Jetzt steht noch ein letzter Meilenstein an, bevor sich Hildebrand wahrscheinlich gen Valencia verabschieden wird. Der Pokalsieg gegen Nürnberg, das Double.
Duell gegen den Nachfolger
Gegen den Club, der den VfB als einzige Mannschaft überhaupt zweimal geschlagen hat. Und gegen seinen Nachfolger im VfB-Tor, Raphael Schäfer.
"Das interessiert mich aber nicht. Wir gehen voller Euphorie und Optimismus ins Endspiel. Ich will jetzt beide Titel", sagt Hildebrand.
Wer ihm nicht Glauben schenken mag, dem sei ein Blick auf seine Homepage ans Herz gelegt. Da steht, ganz ohne Spickzettel verfasst: "Verlieren ist scheiße!"
Quelle: sport1.de
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| » Großes Gefühlskino und ein Versprechen |
21.05.2007
"Vergesse euch nie" - Hildebrand zu Galatasaray?
Es war das perfekte Szenario für Timo Hildebrand: Meistertitel und rauschender Abschied an einem Tag. "Ich liebe euch", versicherte der Torwart den VfB-Fans. Seinen neuen Verein gab er nicht preis. Neueste Variante: Der FC Valencia leiht ihn für ein Jahr zu Galatasaray Istanbul aus.
So ein groß angelegter Abschied kann ja leicht ins Kitschige abrutschen. Ein Tag wie dieser überhöht das wahre Leben, er sprengt sämtliche Dimensionen. Im großen Gefühlskino verkrampft der eine, und der andere schießt schon mal über Grenzen hinaus. Diese Gefahr bestand allenfalls in dem Augenblick, als Hildebrand die Parallele zu Benedikt XVI. zog. "Ich glaube, ich habe heute 10 000 Hände geschüttelt. Ich kann mir jetzt vorstellen, wie sich der Papst fühlen muss, wenn ihm so viele Menschen zujubeln", sagte er spät in der Nacht.
Das war sympathisch - das genaue Gegenteil von Überheblichkeit, die ihm zuweilen nachgesagt wird. Hildebrand meisterte diese Herausforderung souverän.
Dabei hätte es niemanden gewundert, wenn ihm an seinem großen Tag ein dicker Kloß im Hals gesteckt hätte. Doch der 28-Jährige gab sich locker und gelöst und humorvoll wie selten. Hin- und hergerissen durch Gefühlswallungen, die sich zwischen Stolz und Schmerz, zwischen unbändigem Triumph und sentimentalen Abschiedsgefühlen bewegten. Hildebrand blieb dabei stets authentisch. "Dieser Tag ist der emotionale Höhepunkt meiner Karriere", sagte er - und korrigierte sich: "Die ganze Saison war ein emotionaler Höhepunkt."
Wie die Zeit vergeht: "As time goes by" lautete denn auch das Motto seines letzten Heimspiels. Wobei "time" durch "Timo" ersetzt war. Über die Videotafel des Daimlerstadions flimmerten die Stationen seiner zwölf Jahre beim VfB. Sein erstes Bundesligaspiel am 26. November 1999 (2:0 gegen den SC Freiburg). Seine Ängste im Kampf gegen den Abstieg 2001. Die Vizemeisterschaft 2003. Die großen ChampionsLeague-Nächte in der Folge-Saison. Seine stolze Serie von 825 Spielminuten ohne Gegentreffer. Und jetzt der Gewinn der Meisterschale. "Unser Respekt gilt deiner Leistung, die du vor allem in dieser Saison gebracht hast", sagte Präsident Erwin Staudt über das Stadionmikrofon. Hildebrand schluckte schwer. Er verkniff sich die eine oder andere Träne, nahm selbst das Mikro in die Hand und erwiderte: "Ich hatte den Traum, deutscher Meister zu werden. Dieser Traum ist nun in Erfüllung gegangen." Sein Versprechen: "Ich werde diese Fans, diese Mannschaft, diesen ganzen Verein, dem ich alles zu verdanken habe, nie vergessen."
Dann startete er zur Ehrenrunde.
Wohin ihn sein sportlicher Weg führen wird, sagte er auch diesmal nicht. Der FC Valencia gilt als Favorit, doch das muss nicht das letzte Wort sein. Dort hütet Santiago Canizares das Tor, und in den vergangenen Wochen hat Spaniens Ex-Nationaltorhüter derart überzeugt, dass der Verein für Hildebrand zunächst eine Ausleihe erwägt. Wie zu erfahren ist, gilt der türkische Erstligist Galatasaray Istanbul zurzeit als einer der ersten Kandidaten.
Das alles interessierte Hildebrand in diesen Stunden aber nicht. Er lebte ganz im Hier und Jetzt. Wie die Mannschaft ihren Triumph genießen werde, wurde er gefragt. "Also, ich gebe voll Gas", sagte er - und verschwand in die Nacht.
Hildebrand geht - aber er hinterlässt markante Spuren
Quelle: stn.de
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| » Letztes Heimspiel im VfB-Dress 18.05.2007 |

Keeper rechnet mit Achterbahnfahrt der Gefühle
Stuttgart - Timo Hildebrand ist auf die rasante Achterbahnfahrt seiner Gefühle bestens vorbereitet. Und der Fußball-Nationaltorhüter des Meisterschaftsaspiranten VfB Stuttgart macht kurz vor seinem persönlichen Bundesliga-Finale am Samstag gegen Energie Cottbus (15.30 Uhr) auch keinen Hehl aus seiner Prognose.
"Ich bin mir sicher, dass ein paar Tränen fließen werden. Das Spiel wird für mich eine ziemlich emotionale Kiste", kündigte Hildebrand mit dem Blick auf sein letztes Heimspiel im VfB-Trikot an und gesteht ganz offen: "Zu gehen, wenn es am schönsten ist, das ist nicht eben die leichteste Übung."
Seinen Abgang nach zwölf Jahren bei den Schwaben will sich der 28-Jährige mit dem Trophäen-Double aus Meisterschaftsschale und dem DFB-Pokal versüßen. "Die beiden Titel, das wäre der Wahnsinn. Schon als kleiner Junge habe ich davon geträumt, im Autokorso durch Stuttgart zu fahren", erzählt Hildebrand - und seine Auge funkeln wild entschlossen.
In diesen Tagen sprudelt es trotz aller Konzentration auf das Endspiel gegen Cottbus nur so heraus aus dem blonden Teenieschwarm. Nur zum Thema Zukunft schweigt sich Hildebrand weiter standhaft aus. Am wahrscheinlichsten erscheint derzeit ein Wechsel zum sechsmaligen spanischen Meister FC Valencia. Zuletzt tauchten aber auch Gerüchte über das Interesse des Champions-League-Finalisten AC Mailand und von Real Madrid auf.
Hildebrand setzt auf Defensive und sagt nur soviel: "Ich werde nicht nur für ein, zwei Jahre ins Ausland gehen. Und es wird auch nicht mein letzter Vertrag sein." Der gebürtige Wormser selbst weiß allerdings schon seit Wochen, wohin die Reise geht. Dass sich mit dem Wechsel ins Ausland seine Chancen auf einen Stammplatz in der Nationalmannschaft verschlechtern, glaubt Hildebrand indes nicht: "Ich will besser werden, nicht stagnieren, sondern den nächsten Schritt in der Entwicklung machen."
Sein möglicher Wechsel nach Valencia schlägt auf der iberischen Halbinsel derzeit aber hohe Wellen. Nach spanischen Medienberichten soll Hildebrand aufgrund der zuletzt starken Leistungen von Valencias Keeper Santiago Canizares in der kommenden Saison zunächst an einen anderen Klub ausgeliehen werden.
Zudem sorgte Hildebrands Berater Dusan Bukovac zuletzt für Irritationen und warf Angebote aus halb Europa in den Raum. "Timo hat viele Angebote aus Italien, Spanien und England. Ich werde nächste Woche nach Berlin kommen, dann werden wir nach dem Pokalfinale gemeinsam eine Entscheidung treffen", sagte Bukovac der Online-Ausgabe der Welt.
Seine Jahre beim VfB, zu dem er einst als 16 Jahre alter Jungspund wechselte, dürfte Hildebrand im Rückblick wohl als prägende Lehrzeit betrachten. "Ich habe mich als Mensch entwickelt", analysiert der fünfmalige Nationalspieler, der zuletzt ungewohnte Emotionen zeigte und erstmals einen Einblick in sein Seelenleben gewährte.
Am vergangenen Wochenende etwa feierte Hildebrand seine entscheidende Parade beim 3:2-Sieg der Schwaben in Bochum mit einem Gefühlsausbruch Marke Oliver Kahn. Nach der Partie dann verzog er sich erst einmal in ein stilles Kämmerlein in den Stadionkatakomben, um seinen Tränen freien Lauf zu lassen.
Der ganze Druck, der sich in den letzten Jahren aufgebaut hat, scheint in diesen Tagen von Hildebrand abzufallen. Das Lob der Mitspieler (Mario Gomez: "Timo haben wir viel zu verdanken") genießt der Abgänger in vollen Zügen. Vergessen die Phase, in der er wegen seines Vertragspokers als "Abzocker" tituliert wurde. Hildebrand: "Diese Zeit war sehr unschön, aber ich schaue jetzt nach vorne."
In Stuttgart wird Hildebrand, der sich für SOS-Kinderdörfer engagiert, als der etwas andere Profi in Erinnerung bleiben. Seit Jahren lebt er schon ganz bescheiden im fünften Stock eines Wohnhauses in der City - ohne Aufzug. In seiner Freizeit zieht Deutschlands Nummer zwei sich am liebsten in Cafehäuser zurück, trifft sich mit Freunden. "Es dauert schon lange, bis ich mich öffne", verrät Hildebrand. Nach dem etwaigen Gewinn der Meisterschale am Samstag wird der Keeper damit wohl keine Probleme haben.
Quelle: stn.de
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| » „Wahnsinn“ 17.05.2007 |

Der scheidende Timo Hildebrand blickt auf schöne und schwere Momente beim VfB zurück
Stuttgart - Zum zweiten Mal in seinem Leben wagt Timo Hildebrand einen großen Schritt. Als 16-Jähriger kam er aus Hofheim nahe Worms nach Stuttgart, um beim VfB Stuttgart den Weg zum Fußballprofi einzuschlagen. Zwölf Jahre später kehrt der Torhüter seiner „zweiten Heimat“ nun den Rücken und wechselt ins Ausland. Vor dem letzten Auftritt im Daimlerstadion am Samstag gegen Energie Cottbus blickt Hildebrand auf schöne und schwere Momente zurück.
26. November 1999: Timo Hildebrand bestreitet sein erstes Bundesliga-Spiel. Der damalige Ersatzmann rückt für den grippekranken Franz Wohlfahrt zwischen die Pfosten. Der VfB gewinnt mit 2:0 beim SC Freiburg. „Trainer Ralf Rangnick hat mir damals das Vertrauen geschenkt“, sagt Hildebrand. In der Saison 1999/2000 absolviert der Schlussmann sechs Bundesliga-Einsätze, löst anschließend den Österreicher Wohlfahrt als Nummer eins ab und bringt es mittlerweile auf 220 Bundesliga-Einsätze.
12. Mai 2001: Der VfB spielt im Daimlerstadion gegen Schalke und den Abstieg. Krassimir Balakov erzielt gegen den Titelanwärter aus Gelsenkirchen das Tor zum 1:0-Sieg in der 90. Minute, die Stuttgarter sind gerettet. „Das war das bislang emotionalste Spiel“, meint Hildebrand noch vor der Partie am vergangenen Samstag in Bochum. Jetzt stuft er das 3:2 in der Rewirpower-Stadion gefühlsmäßig gleich hoch ein. Der Torhüter sichert kurz vor Schluss mit einer Glanzparade den Sieg und erhöht so die Chancen auf den Titelgewinn um ein Vielfaches. Adrenalindurchflutet tobt er anschließend über den Platz und durch die Kabine.
1. Oktober 2003: Der VfB spielt in der Champions League und schafft den großen Coup gegen Manchester United. 2:1 heißt es am Ende und Hildebrand fasst das Geschehen auf Rasen und Zuschauerrängen zusammen: „Berauschend.“ Die Schwaben scheitern später im Achtelfinale am FC Chelsea. Die Ära unter Trainer Felix Magath bezeichnet Hildebrand als hart, aber lehrreich. „Er hat uns vermittelt, dass man durch den Willen viel erreichen kann“, sagt der Torhüter. Sportlich stellt Hildebrand unter Magath mit 884 Minuten ohne Gegentor einen Bundesliga-Rekord auf und wird Nationalspieler. Abseits des Platzes avanciert der Blondschopf zum Mädchenschwarm.
22. Januar 2005: Der Publikumsliebling wird zum Buhmann. Die Vertragsverhandlungen zwischen Hildebrand und dem VfB werden zunächst als gescheitert erklärt. Dusan Bukovac, der Berater des Profis, spielt dabei eine undurchsichtige Rolle. Beim Rückrunden-Auftakt in Mainz bekommt Hildebrand den Unmut der Fans zu spüren. Sie pfeifen ihn aus und beschimpfen ihn als Abzocker. Die Stuttgarter gewinnen 3:2 und Hildebrand hält stark. „Danach ist es aus mir herausgebrochen“, erzählt der 28-Jährige, „in der Kabine habe ich geheult.“ Zwei Wochen später unterschreibt Hildebrand doch beim VfB. Es bleibt aber eine gewisse Verbitterung.
8. Februar 2006: Der VfB spielt 0:0 gegen Werder Bremen. Am Tag danach muss Giovanni Trapattoni gehen. Für Hildebrand endet eine unliebsame Zeit. Er kommt mit dem italienischen Starcoach nicht zurecht, weil er dessen Methoden und Defensivfußball für überholt hält. „Longo Ballo, mache Krieg auf die andere Seite“, lautet die stete Vorgabe des Maestros. Verstanden hat das kaum jemand im Team. Die Verpflichtung von Armin Veh wird anfangs aber ebenso von viel Skepsis begleitet. Mittlerweile wird der Trainer gefeiert.
19. Mai 2007: Das vorerst letzte Heimspiel im Daimlerstadion steht an. „Ich bin ein emotionaler Mensch, sehr sensibel. Das wird ein schweres Ding für mich“, weiß Hildebrand. Ob die Chance auf das Double aus Meisterschaft und Pokal ihm den Abschied vom VfB nun erleichtert oder erschwert, weiß der Schlussmann jedoch nicht. „Ich bereue es nicht zu gehen, nur weil wir jetzt erfolgreich sind“, sagt der Torwart und bezeichnet es als „Wahnsinn“, was sich momentan rund um den Wasenclub abspielt. Dass er seinen neuen Verein im Ausland nicht nennt, begründet Hildebrand damit, dass dies Sache des neuen Arbeitgebers sei. Im Juli will Hildebrand aus seinem künftigen Domizil noch einmal nach Stuttgart zurückkehren, um mit den alten Kollegen und Freunden Abschied zu feiern.
Quelle: ez-online.de
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| » Mailand oder Madrid - 16.05.2007 |

Hildebrand angeblich heftig umworben
Stuttgart – Am Wochenende gab es Tränen bei Timo Hildebrand. Zuerst auf der Toilette der Stuttgarter Kabine im Ruhrstadion Bochum. Das war am Samstag. Am Sonntagabend saß der Torwart dann im Fernsehstudio des Südwestrundfunks bei „Sport im Dritten“ und hatte wieder feuchte Augen. Minutenlang klatschten die Zuschauer für ihn. So lieb hatten sie ihren 28 Jahre alten Torwart selten in Stuttgart
Er war aber auch noch nie so gut wie heute. Das zeigte auch seine Parade in der 86. Minute beim 3:2-Sieg in Bochum gegen Dabrowski. Was wiederum erklärt, dass nun Gerüchte auftauchen, Hildebrand wechsle möglicherweise gar nicht zum FC Valencia. Der Mann liebt Geheimnisse. Am Dienstag berichtete die „Stuttgarter Zeitung“ unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen aus Spanien und Italien, Hildebrand sei nun bei ganz großen Klubs im Gespräch. So soll sich der AC Mailand für ihn interessieren, wolle dies aber noch nicht offen zugeben, weil er vorerst seinen Stammtorwart Dida nicht verschrecken wolle.
Zu solchen Gerüchten sagt Hildebrand gar nichts. Auch nichts zu den Neuigkeiten aus Spanien. Von dort wird kolportiert, Real Madrid habe ein Auge auf den blonden Deutschen geworfen. Das liege vor allem daran, dass Reals Torwart Iker Casillas sich mit Abwanderungsgedanken trage. Der junge Spanier sei dermaßen von der Strahlkraft der englischen Premier League beeindruckt, dass er baldmöglichst dorthin wechseln wolle. In diesem Zusammenhang sei es nicht weiter verwunderlich, dass Hildebrand sich mit seiner Unterschrift beim FC Valencia noch Zeit lasse. Den neuesten Gerüchten, die Richtung Italien oder die spanische Hauptstadt deuten, widerspricht eindeutig die kabarettistische Einlage, die Manager Horst Heldt und Trainer Armin Veh vor kurzem ihren Beobachtungen auf dem Trainingsplatz und in der Kabine der Schwaben folgen ließen. Hildebrand spreche manchmal mit den beiden Mexikanern Osorio und Pardo Spanisch, sagte Heldt beiläufig. „Echt, ist das Spanisch?“, fragte Veh. „Woher soll ich das wissen, ich kann doch auch keines.“ – „Aber es hört sich an wie Spanisch, jedenfalls für mich“, konterte Heldt. Veh: „Es kann aber auch was anderes sein. Wir müssen ihn mal fragen.“ Eine vernünftige Idee, aber Hildebrand spricht ja nicht darüber. Er genießt still die neue Zuneigung.
Quelle: Tagesspiegel.de
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| » Timo Hildebrand: 'Das ist der gelebte Wahnsinn' |

Von Florian Scholz
SPORT BILD online: Herr Hildebrand, nach zwölf Jahren VfB Stuttgart verlassen Sie in zwei Wochen den Verein. Warum?
Timo Hildebrand (28): Weil es nichts mit dem aktuellen Erfolg zu tun hat, sondern eine rein persönliche Entscheidung ist. Wenn ich mich hier mit dem Deutschen Meistertitel verabschieden könnte, dann geht ein Traum in Erfüllung. Das wäre das Allergrößte. Aber klar ist auch: Zu gehen, wenn es am schönsten ist – das ist nicht eben die leichteste Übung. Tja - wie ich den Fußball so kenne, würde es mich nicht überraschen, wenn es dann Wiedersehen mit dem VfB in der Champions League gibt.
Es sieht so aus, dass Sie nach Valencia wechseln. Der Klub muss sich aber noch für die Champions League qualifizieren. Mit dem VfB würden Sie definitiv Champions League spielen...
Ich kommentiere keine Vereinsnamen. Fakt ist: Was bei uns, beim VfB, momentan los ist, das ist der gelebte Wahnsinn. Nur noch zwei Spiele, und wir können das Double perfekt gemacht haben. Unvorstellbar geil, wie die Mannschaft harmoniert, wie alles passt. Das habe ich in meinen letzten zwölf Jahren in Stuttgart nicht erlebt.
Überrascht vom VfB?
Nein. Schon vor zwei Jahren habe ich in der Öffentlichkeit den Wunsch geäußert, dass ich spätestens 2007 mit meinem Verein einen Titel holen will. Damals haben viele Experten nur geschmunzelt.
Am Samstag spielen Sie im Daimler-Stadion gegen Cottbus. Was erwarten Sie von Ihrem letzten Heimspiel im VfB-Dress?
Ein geiles Spiel, eine tolle Stimmung – und die Schale in unseren Händen. Das Spiel am Samstag gegen Cottbus wird für mich eine ziemlich emotionale Kiste. Ich bin mir auch sicher, dass da ein paar Tränen fließen werden. Zum Einlaufen ins Stadion nehme ich meine beiden süßen Cousinen, Lea und Lena, an die Hand. Die beiden sind meine wohl größten Fans. Für Familie und Freunde habe ich insgesamt 50 Karten gekauft und verteilt. Und nach dem Abpfiff, wenn nicht alles drunter und drüber läuft, würde ich gern noch ein paar Worte zu den Fans sprechen.
Wie haben Sie sich in den vergangenen zwölf Jahren beim VfB denn verändert?
Ich bin reifer geworden, erwachsen, ein anderer Mensch. Ich kenne jetzt die Höhen und die Tiefen des Sports und auch des Alltags.
Waren Sie auch mal undiszipliniert?
Es kam schon mal in der Saison vor, dass ich verpennt habe und ordentlich in die Mannschaftskasse blechen musste. Mit einem gewissen Abstand sind das aber eher lustige Vorkommnisse.
An was erinnern Sie sich nur ungern?
Die Zeit nach dem ersten Vertrags-Theater war unschön. Aber ich will jetzt nicht zurück schauen, sondern nach vorn.
Um jetzt die Sonnenseiten zu durchleben...
Ja, mit der Meisterschaft und dem Pokal-Sieg können zwei absolute Träume in Erfüllung gehen. Als kleiner Junge dachte ich schon: Timo, wenn Du einmal mit der Mannschaft im Autokorso durch die Stadt fährst – das wäre richtig geil. Im Rahmen der beiden Spiele gegen Cottbus und gegen Nürnberg bleibt für mich aber keine Zeit, um eine große Abschiedsfeier für Mannschaft, Familie und Freunde zu geben. Das kann wohl erst im Juli stattfinden.
Sie machen viele Extra-Schichten mit Ihrer Privattrainerin. Warum?
Das ist schon verrückt, was mit mir in zwölf Jahren so passiert ist. Kritiker haben anfangs gesagt, ich sei zu schmächtig, zu klein, nicht robust genug. Seit mittlerweile sieben Jahren mache ich nun Gyrotonic. Und jeder sieht: Trotz Kraft- und Muskelaufbau ist die Geschmeidigkeit geblieben. Als Torhüter muss man kein Rambo sein.
Was machen Sie da genau?
Beim Gyrotonic werden alle Bänder perfekt gedehnt und stabilisiert. Das Gerät, an dem wir arbeiten, sieht für Unbeteiligte eher nach einer Foltermaschine, einer Streckbank aus. In gewisser Weise ist das auch so. Das Geheimnis besteht darin, dass man immer in der Bewegung und in den Achsen arbeitet, alles ist fließend, ist harmonisch und dennoch unheimlich anstrengend.
Haben Sie keine Angst, durch den Wechsel den Anschluss an die Nationalmannschaft zu verlieren?
Warum denn das? Ich will besser werden, nicht stagnieren, sondern den nächsten Schritt in meiner Entwicklung machen. Außerdem stört mich an der Torwart-Diskussion etwas ganz anderes. Oliver Kahn hat ganz einfach Recht, wenn er davon spricht, dass die jungen Torhüter um René Adler oder Manuel Neuer von den Medien viel zu früh hochgeschossen werden. Das hat noch keinem etwas gebracht.
Wie wird es beim VfB nach der Zeit Timo Hildebrand weiter gehen?
Ich hoffe weiter nach oben. Ich bin mir sicher, dass sich der VfB jetzt als Spitzenteam der Bundesliga etablieren wird. Die Stützen der Mannschaft haben langfristige Verträge. Trainer und Manager haben beide ein sehr glückliches Händchen. Sie werden den Erfolg auch in Zukunft vorantreiben. Was mir bleibt, ist, mich bei der Mannschaft, bei allen VfB-Fans und dem Verein zu bedanken. Ein schönerer Abschied als dieser jetzt, das ist kaum vorstellbar.
Quelle: sportbild.de
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